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VCR Pässetour 2018

Treten, schwitzen, leiden: Der Mont Ventoux, der einsame Riese in der Provence, ist einer der Berge, die jeder leidenschaftliche Radfahrer einmal im Leben mit dem Rad bezwingen möchte. Für die Radsportler des Veloclubs ist er das Highlight der diesjährigen Radsportsaison, für das sie viel trainiert haben und am Ende auch viel leiden mussten. Am Gipfel angekommen warten eine Mondlandschaft, ein atemberaubender Blick und ein Kuss, der die Knie weich werden lässt. 

 

Bei Kilometer zwölf wird's richtig hart. Die Straße hat zehn Prozent Steigung, die Sonne brennt auf den Asphalt. Seit einer halben Stunde fahren die 55 VCR'ler den Anstieg gemeinsam, jeder im rot-weißen Trikot. Sie alle wollen hier das "Abenteuer ihres Lebens durchstrampeln."

 

Nach einer Kurve kann die erste Hälfte das Tempo nicht mehr halten. Einen Gang zurückschalten - aber jeder fährt schon auf dem letzten Ritzel. Auch im Wiegetritt geht's nicht schneller, einige müssen abreißen lassen. Am Ende muss an einem solchen Anstieg jeder seinen eigenen Rhythmus finden.

 

Diesen Sommer feierte der Veloclub Ratisbona mit einer achttätigen Pässetour seinen Saisonhöhepunkt in Frankreich . Am 26. Juni führte die vierte und prestigeträchtigste Etappe auf den Mont Ventoux. "Auf diesen von (*Radsport-)Mythen verklärten Berg will ich jetzt mit meinem Rennrad, um zu erfahren, wie sich das anfühlt", sagt Reiseleiter Alexander Koller. 

 

Schon beim Infomationsabend, eine Woche zuvor in Regensburg, stellte sich bei den Radsportlern ein mulmiges Gefühl ein: Ein gewaltiger Klotz ragt aus der Provence empor. Ein Riese, in einer flachen Landschaft, der schon im Bild bedrohlich wirkt. 

In Bollene stiegen die Radsportler am frühen morgen aufs Rad. Der Anfang fühlt sich nach drei Etappen -inzwischen hat jeder 370 km und 5700 Höhenmeter in Beinen- noch freundlich an. Es geht durch Weinberge, die Steigung beträgt keine fünf Prozent. In Malaucene, ein kleines Dorf am Beginn des Abenteuers, steht ein Franzose am Straßenrad und ruft fröhlich: "Bon courage!" 21 Kilometer wird es nun bergauf gehen, bis zum Gipfel kommt kein Meter Abfahrt. Man sieht nur immer bis zur nächsten Kurve.

 

Nach 16 Kilometern haben die Regensburger 1100 Höhenmeter geschafft. Das sind gerade mal zwei Drittel, bis zum Gipfel kommen weitere 500. Auf 1500 Höhenmeter lehnen Rennräder am Felsen. Einige sitzen schweißgebadet auf dem Asphalt. Die anderen richten schnellstmöglich ein VCR Buffet ein. Eine Verpflegungsstation mit Riegel, Silberlinge und Getränken.  

 

Jetzt könnte man meinen, eine Fahrt auf dem Mond. Es gibt keine Bäume mehr und keine Sträucher. Am Straßenrand stehen Stangen, für den Schneeräumer im Winter. Ganz oben ragt ein weißer Turm mit einer rot weißen Antenne in den Himmel.

Zwei Kilometer vor dem Gipfel taucht rechts ein grauer Stein auf, es ist ein Denkmal und erinnert an Tom Simpson. Dieser englische Rennfahrer kippte hier vom Rad, auf der 13. Etappe der Tour de France, am 13. Juli 1967 und starb. Die Obduktion ergab: Simpson hatte Amphetamine geschluckt und Alkohol im Blut. Einige VCR’ler nehmen einen Stein aus der Mondlandschaft und legten ihn andächtig auf die Stufe am Denkmal.

 

Der rostige Funkturm auf dem Gipfel ist nicht der schönste Anblick, aber die Aussicht ist atemberaubend. Kein anderer Berg bietet solch ein Panorama: Im Osten leuchten verschneite Alpengipfel in der Sonne, im Süden glitzert das blaue Mittelmeer.

 

Nun bilden sich die Radsportler wieder zu einer vollständigen Gruppe und beginnen über die nächsten Etappen zu reden:  460 km und 7700 Höhenmeter  in vier Tagen. „Ich weiß, da liegt noch einiges vor uns. Aber mit dieser Gruppe bei diesen Landschaften, tut das nicht weh“ freut sich Veloclub Präsidentin Barbara Wilfurth. 

 

Bei den meisten Alpenpässen sind die Abfahrten elend kalt. Am Mont Ventoux ist das nicht so. Der Wind stört warm um die Beine. Hier muss man nicht die Zähne zusammenbeißen. Die Luft der Provence fühlt sich an wie ein sinnlicher Kuss. 


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